Der Felsentempel von Abu Simbel in Assuan

Posted by – 10. März 2010

 Abu Simbel
Foto: Dieter Schütz/Pixelio Pixelio
Der Besuch des Felsentempels von Abu Simbel im Süden Ägyptens, etwa 280 km von Assuan entfernt, gehört ganz sicher zu den Höhepunkten einer jeder Ägypten-Reise.

Beeindruckt steht man vor dem Tempel, zum Ruhm Ramses II. erbaut, an dessen Fassade vier etwa 20 Meter hohe Kolossalfiguren zu sehen sind: Amun-Re, Re-Harachte, Ptah und der vergöttlichte Ramses. Bereits kurz nach der Fertigstellung erlitt eine der Figuren bei einem Erdbeben schwere Beschädigungen- ein Teil des Kopfes liegt noch heute zu Füssen der Statue.
Betritt man den Tempel, dann findet man in der 8-Pfeiler-Halle Malereien und Ornamente zur Kadesh-Schlacht.

Die Südwand zeigt den siegreichen Rames im Kampf gegen die Syrer, Libyer und Südländer.

Ein besonderes Higlight findet sich ganz im Innern des Tempels: Als „Sonnenwunder“ von Abu Simbel bezeichnet man ein Ereignis, das zweimal im Jahr, zur Tag- und Nachtgleichheit stattfindet. Hierbei beleuchten die durch den Tempeleingang eindringenden Sonnenstrahlen drei der vier in sitzender Haltung dargestellten Götterstatuen des tief im Tempel liegenden Heiligtums: des Amun-Re von Theben, des vergöttlichten Ramses und des Re-Harachte von Heliopolis. Die Statue des ganz links sitzenden Ptah von Memphis, einem Erdgott, der mit dem Reich der Toten verbunden war, bleibt ganz links im Dunkeln.


Neben dem grossen Tempel, der dem König (Pharao) Ramses II gewidmet ist, gibt es einen kleinen Tempel von Abu Simbel: Dieser Tempel wurde zu Ehren von Nefertari, der Lieblingsgemahlin von Ramses errichtet- angelehnt an die Liebesgöttin Hathor.

Die Entdeckung der Tempel:
Im Jahr 1813 erforschte der Schweizer Jean Louis Burckhardt die Gegend südlich von Kasr Ibrîm in Nubien. Von Einheimischen erfuhr er von einem besonders schönen Tempel am Nilufer bei Ebsambal, wie der Ort in Burckhardts Aufzeichnungen später genannt wird. Als erster Europäer sah er dann am 22. März 1813 den Hathor-Tempel der Nefertari von Abu Simbel. Der grosse Ramses Tempel war durch eine Sanddüne weitestgehend verdeckt und auch das Innere des Tempels war durch die angehäuften Sandmassen nicht zugänglich.
Es folgte bereits im 19ten Jahrhundert durch das Bekanntwerden der Entdeckung der Tempel von Abu Simbel ein regelrechte Touristenwelle von Besuchern aus Europa.

Versetzung der Tempel:
Weltweit zog die Versetzung Abu Simbels in den 1960iger Jahren die Aufmerksamkeit auf sich: den in den 1950er Jahren bedrohte der geplanten Bau des Assuan-Hochdamms die Existenz der beiden Tempel Ramses II in Abu Simbel. Sie wären neben den Tempeln von Philae, Kalabscha und anderen im angestauten Nassersee versunken. Um die Tempel vor dem Untergang zu retten wurde der ursprüngliche Tempel zerlegt und 64 Meter höher wieder aufgebaut. 42 Mio US-Dollar wurden dafür aufgewendet und der gesamte Tempel in 1.036 bis zu 30 t schwere Blöcke zerteilt. Seit 1979 steht der Tempel auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO.

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